Europäische Prozesse

Europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung 

Europäische Minister einigen sich in Riga auf die Förderung einer wettbewerbsfähigen und innovativen beruflichen Aus- und Fortbildung

Am 22. Juni 2015 fand in Riga die Tagung der Minister für berufliche Aus- und Fortbildung, der Sozialpartner und der Europäischen Kommission statt.

In Form einer Erklärung, die die mittelfristigen Erfolge für die berufliche Aus- und Fortbildung bis 2020 festlegt, wurden die Rigaer Schlussfolgerungen bestätigt.

Es werden folgende Ziele benannt:

  • die Förderung von Investitionen in die berufliche Ausbildung durch die Einbeziehung der Sozialpartner, Unternehmen, Kammern und beruflichen Aus- und Fortbildungsanbieter, sowie durch die Förderung von Innovation und Unternehmergeist;
  • die weitere Entwicklung von Mechanismen der Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Fortbildung;
  • die Förderung des Zugangs zur beruflichen Aus- und Fortbildung und Qualifikationen für alle durch flexiblere und durchlässigere Systeme;
  • die weitere Stärkung von wichtigen Kompetenzen, wie Sprachkenntnisse und digitale Kompetenzen in den Lehrplänen der beruflichen Aus- und Fortbildung;
  • die Einführung von systematischen Ansätzen und das Angebot für die Grundausbildung und kontinuierliche Weiterbildung der Lehrkräfte, Ausbilder und Mentoren sowohl in der Schule, als auch am Arbeitsplatz.

Download Riga Erklärung vom 22. Juni 2015

Der Kopenhagen-Prozess und das Brügge- Kommuniqué

Der 2002 eingeleitete Kopenhagen-Prozess sorgt für die Koordinierung der technischen und politischen Unterstützung in der freiwilligen Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen, Prioritäten und Benchmarks für die berufliche Bildung. Er bringt die Europäische Kommission und die teilnehmenden Länder (28 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, Island und die Kandidatenländer) und die europäischen Sozialpartner zusammen.

Durch eine Reihe von Kommuniqués - zuletzt das Brügge- Kommuniqué vom Dezember 2010 - werden die Fortschritte in Bezug auf die vereinbarten Ziele regelmäßig überprüft und die Orientierung des Prozesses neu ausgerichtet.

Das Brügge-Kommuniqué entspricht den Zielen des strategischen Rahmens für die Zusammenarbeit in der allgemeine und berufliche Bildung (ET 2020):

  • die Berufsbildung attraktiver machen, ihre Qualität und Effizienz fördern;
  • lebenslanges Lernen und Mobilität in der Berufsbildung verwirklichen;
  • Kreativität, Innovation und Unternehmergeist in der Berufsbildung fördern; die Berufsbildung inklusiver machen.

Um die Verwirklichung dieser umfassenden Ziele zu unterstützen, wurde das Brügge-Kommuniqué durch eine Reihe von kurzfristigen Zielen ergänzt, die die teilnehmenden Länder im Zeitraum 2011 bis 2014 mit ihren Reformen einzulösen versuchten. (Quelle: Cedefop Kurzbericht. Bessere Berufsbildung für ein besseres Leben. Unter: Link)